Tag 48, Bergsteigen in der Stadt und Tour zum Äquator

Vorweg: Wegen der sehr schlechten WiFi-Versorgung hier auf San Cristobal (von hier aus versuche ich das Geschreibsel für diesen Tag zu publizieren) werden, so ich nicht eine Kneipe oder ähnliches finde, in der es besser klappt, deutlich weniger Fotos den Blog verzieren, es klappt einfach nicht mit dem Upload oder dauert ewig, und ich bin ja nicht hier, um die ganze Zeit mein iPad zu überwachen. Aber zurück zu dem zweiten und letzten Tag in Quito:

Morgens bin ich guten Mutes in Richtung Centro de Arte Contemporáneo aufgebrochen. Dass Quito bergig ist, wusste ich ja schon, aber eine Straße hat mich fast geschafft, die war so lang und steil, dass ich zwischendurch dachte, ich schaffe es nicht. Und das trotz ausgiebigem Training beim Bergklettern in über 3000 m Höhe in Äthiopien. Das Bild unten deutet die Dramatik vielleicht ein wenig an.

Das Zentrum für zeitgenössische Kunst ist riesig, die Ausstellungen dagegen recht übersichtlich, es gibt mehr bewaffnete Wächter als Besucher. Aber schön war es trotzdem.

Die Ausstellung, aus der diese Bilder stammen, hieß Frauen und Stoffe o.ä., klingt ja erstmal schrecklich bieder, war aber doch interessant.

Auf dem Rückweg habe ich noch im Hof einer der zahlreichen bombastischen Kirchen haltgemacht, eine echte Oase der Ruhe in der hektischen Stadt, deswegen gibt es von dieser Kirche auch ein paar Fotos:

Der Trubel im historischen Zentrum war an diesem Tag, also Samstag, unglaublich. Dazu ging es nur im Slalom um Starßenverkäufer jeden Alters herum, die lautstark ihre Produkte, zum Beispiel Zahnpasta oder Socken, anpriesen. Insg. versteige ich mich zu der Behauptung, dass in Quito Menschen kaukasischen Typs im Straßenbild eine deutlich geringere Rolle spielen als in Buenos Aires, Mendoza oder Santiago.

Für den Nachmittag hatte ich mich mit einem Taxifahrer, der auch geführte Touristentouren anbietet, verabredet, diese Einzelbetreuung war in Anbetracht des Angebotes an Sensationen sogar günstiger als eine Massenveranstaltung im Bus. Außerdem konnte der sehr nette Fahrer nicht gut englisch, ich musste also Spanisch sprechen, ein gutes Training.

Wir sind zunächst zu einem nicht mehr aktiven Vulkan gefahren, in einem der Krater haben sich Landwirte angesiedelt, ein nettes Bild, wenn auch sehr von Wolken dominiert.

Dann ging es weiter zum sog. Mittelpunkt der Welt, warum dieser ausgerechnet am diesem Punkt in Ecuador liegen soll und nicht in Uganda, Kenia oder sonstwelchen Ländern, durch die ebenfalls der Äquator verläuft, hat sich mir nicht erschlossen. Aber hier ist wohl die höchste Stelle der Äquatorlinie. Es gab eine Führung mit einer Einführung über das Land und seine Bevölkerung im Allgemeinen und einigen netten Experimenten, z.B. über das Verhalten der Wasserströmung auf und neben der Äquatorlinie.

Und seltene Vögel flogen auch herum, hier zum Beispiel ein Kolibri.

Und einer, dessen Namen ich nicht weiß, aber der wohl extrem selten ist, vielleicht kann jemand helfen? Der hat so einen irren Flügelschlag, dass er eigentlich nicht fotografierbar ist …

Und dieser hier:

Es gibt noch eine zweite Anlage, auf der das Monument gefeiert wird, das als erstes eingerichtet wurde, aber leider die Äquatorlinie um 230 m verfehlte. Aber so gibt es noch eine weitere Möglichkeit, Touristen gegen die Entrichtung eines mittleren Obolus durch eine Attraktion zu schleusen.

Am Ende haben wir uns noch einen kleinen Vorort von Quito angeschaut, der viele original spanische Häuser und eine sehr typische Stadtgestaltung aufweist. Natürlich mit einer großen Kirche mit angeschlossenem Kloster im Mittelpunkt.

Danach war ich so richtig platt und konnte nicht mal mehr den fälligen Blogbeitrag schreiben, das tue ich jetzt am Folgetag im Flieger nach San Cristobal, die östlichste der Galapagosinseln, auf der ich die nächsten zwei Wochen verbringe dazu später mehr.

Tag 48, Bergsteigen in der Stadt und Tour zum Äquator

Vorweg: Wegen der sehr schlechten WiFi-Versorgung hier auf San Cristobal (von hier aus versuche ich das Geschreibsel für diesen Tag zu publizieren) werden, so ich nicht eine Kneipe oder ähnliches finde, in der es besser klappt, deutlich weniger Fotos den Blog verzieren, es klappt einfach nicht mit dem Upload oder dauert ewig, und ich bin ja nicht hier, um die ganze Zeit mein iPad zu überwachen. Aber zurück zu dem zweiten und letzten Tag in Quito:

Morgens bin ich guten Mutes in Richtung Centro de Arte Contemporáneo aufgebrochen. Dass Quito bergig ist, wusste ich ja schon, aber eine Straße hat mich fast geschafft, die war so lang und steil, dass ich zwischendurch dachte, ich schaffe es nicht. Und das trotz ausgiebigem Training beim Bergklettern in über 3000 m Höhe in Äthiopien. Das Bild unten deutet die Dramatik vielleicht ein wenig an.

Das Zentrum für zeitgenössische Kunst ist riesig, die Ausstellungen dagegen recht übersichtlich, es gibt mehr bewaffnete Wächter als Besucher. Aber schön war es trotzdem.

Die Ausstellung, aus der diese Bilder stammen, hieß Frauen und Stoffe o.ä., klingt ja erstmal schrecklich bieder, war aber doch interessant.

Auf dem Rückweg habe ich noch im Hof einer der zahlreichen bombastischen Kirchen haltgemacht, eine echte Oase der Ruhe in der hektischen Stadt, deswegen gibt es von dieser Kirche auch ein paar Fotos:

Der Trubel im historischen Zentrum war an diesem Tag, also Samstag, unglaublich. Dazu ging es nur im Slalom um Starßenverkäufer jeden Alters herum, die lautstark ihre Produkte, zum Beispiel Zahnpasta oder Socken, anpriesen. Insg. versteige ich mich zu der Behauptung, dass in Quito Menschen kaukasischen Typs im Straßenbild eine deutlich geringere Rolle spielen als in Buenos Aires, Mendoza oder Santiago.

Für den Nachmittag hatte ich mich mit einem Taxifahrer, der auch geführte Touristentouren anbietet, verabredet, diese Einzelbetreuung war in Anbetracht des Angebotes an Sensationen sogar günstiger als eine Massenveranstaltung im Bus. Außerdem konnte der sehr nette Fahrer nicht gut englisch, ich musste also Spanisch sprechen, ein gutes Training.

Wir sind zunächst zu einem nicht mehr aktiven Vulkan gefahren, in einem der Krater haben sich Landwirte angesiedelt, ein nettes Bild, wenn auch sehr von Wolken dominiert.

Dann ging es weiter zum sog. Mittelpunkt der Welt, warum dieser ausgerechnet am diesem Punkt in Ecuador liegen soll und nicht in Uganda, Kenia oder sonstwelchen Ländern, durch die ebenfalls der Äquator verläuft, hat sich mir nicht erschlossen. Aber hier ist wohl die höchste Stelle der Äquatorlinie. Es gab eine Führung mit einer Einführung über das Land und seine Bevölkerung im Allgemeinen und einigen netten Experimenten, z.B. über das Verhalten der Wasserströmung auf und neben der Äquatorlinie.

Und seltene Vögel flogen auch herum, hier zum Beispiel ein Kolibri.

Und einer, dessen Namen ich nicht weiß, aber der wohl extrem selten ist, vielleicht kann jemand helfen? Der hat so einen irren Flügelschlag, dass er eigentlich nicht fotografierbar ist …

Und dieser hier:

Es gibt noch eine zweite Anlage, auf der das Monument gefeiert wird, das als erstes eingerichtet wurde, aber leider die Äquatorlinie um 230 m verfehlte. Aber so gibt es noch eine weitere Möglichkeit, Touristen gegen die Entrichtung eines mittleren Obolus durch eine Attraktion zu schleusen.

Am Ende haben wir uns noch einen kleinen Vorort von Quito angeschaut, der viele original spanische Häuser und eine sehr typische Stadtgestaltung aufweist. Natürlich mit einer großen Kirche mit angeschlossenem Kloster im Mittelpunkt.

Danach war ich so richtig platt und konnte nicht mal mehr den fälligen Blogbeitrag schreiben, das tue ich jetzt am Folgetag im Flieger nach San Cristobal, die östlichste der Galapagosinseln, auf der ich die nächsten zwei Wochen verbringe dazu später mehr.

Quito, eine Stadt mit mind. zwei Gesichtern, Tag 47 …

… eigentlich waren es mehr, aber ich bleibe jetzt bei der Zählung. Heute ist der 9.11., nur zur Orientierung. Quitos Altstadt ist Weltkulturerbe und architektonisch spannend. Es gibt unheimlich viele unheimlich wuchtige Kirchen auf engstem Raum in der Altstadt und außerdem viele wunderbar erhaltene Straßenzüge im typischen Kolonialstil. Die Lage ist wunderschön, aber auch eine Herausforderung, ein langgestrecktes Tal auf 2800 m Höhe, umgeben von Vulkanen – die heute bei sehr verhangenem Himmel leider nicht zu sehen waren. Nun ein paar Bilder. Erstmal meine Fensterpanoramen im Hellen.

Bilder oben: Aus dem gleichen Fenster aufgenommen, die Kamera einmal nach vorne und einmal nach unten gerichtet.

Und das ist das andere Fenster.

Die Polizistin habe ich lieber nicht von vorne fotografiert, aber so ein Segway ist doch eine gute Idee.

Jetzt folgen sehr viele Bilder vom herausgeputzten Quito, das hat mit der Neugierde eines lieben Kollegen von mir zu tun, der vor 25 Jahren selbst hier war.

Und nun noch der bisher einzige Hinweis auf die kommende Adventszeit auf der ganzen Reise.

Und nun zum zweiten Gesicht der Stadt, hierzu gibt es leider weniger Bilder:

Als ich, mit Hilfe einer jungen Tourismus-Studentin, für die ich einen Fragebogen ausgefüllt hatte, den Bus hoch zu der Anlage, auf der auch die gigantische Marienfigur steht, gesucht habe, sind wir diese Straße entlanggegangen, die sehr anders ajssieht als das herausgeputztenhistorische Zentrum.

Wir wurden tatsächlich von einem Polizisten auf einem Motorrad angehalten und davon abgehalten, weiter diese Straße entlangzugehen, das sei zu gefährlich, wegen der Menschen, die sich dort aufhalten. Das Gute an diesem und anderen Erlebnissen gleicher Art: In bisher jedem von mir bereisten südamerikanischen Land gab es mind. eine Situation, in der dort lebende Menschen mich vor Gefahren bewahren wollten!

Ich bin dann mit einem Taxi gefahren zum Panecillo und habe dort ein bisschen die Aussicht genossen. Für Fußgänger gibt es extra eine Treppe, aber auch die wurde mir als ein bisschen, poco, gefährlich beschrieben, ein junger Südamerikakenner traute sich auch nicht runter, mit dem habe ich mir dann ein Taxi geteilt.

Danach habe ich noch den nächsten touristischen Höhepunkt erledigt und bin mit der TeléferiCo auf den Berg Cruz Loma gefahren, die Bergstation liegt auf knapp 4000 m Höhe. Von dort aus gibt es noch einen Wanderweg auf dann insg. 4600 m Höhe, den habe ich mir in der dünnen Luft und alleine nicht zugetraut. Der kleinere Rundweg war auch ausreichend.

Die Schaukeln sind anscheinend extra für Fotoeffekte an dieser Stelle aufgestellt worden. Wegen der vielen Wolken (von tiefhängend kann man in dieser Höhe wohl nicht sprechen) war leider zum einen besch. Sicht dort oben, zum anderen hat es noch fürchterlich gegossen.

Flug nach Quito, Tag 46

Der Tag war so langweilig, dass sich eigentlich gar nix dazu schreiben lässt und ich dachte auch, es gäbe gar keine Fotos, aber dazu gleich. Morgens bin ich mit der jungen ecuadorianischen Frau aus dem Hostel aufgebrochen und wir sind zusammen nach Quito geflogen, mit Umstieg in Lima. In Quito angekommen, bin ich in’s Hostel gefahren (wohin auch sonst)? Insg. waren es doch über sechs Stunden Flug plus ziemlich viel Zeit in Lima, so dass es trotz zwei Stunden Zeitverschiebung nach vorne, hier ist es also nochmal früher als in Chile, schon ziemlich spät ist. Das Hostel ist schön und die Lage anscheinend traumhaft, mitten im historischen Zentrum, die Straßen sind richtig hübsch und hell erleuchtet, alles ist unglaublich bergig und katholisch, sieht fast ein bisschen aus wie Österreich. Und hier nun der „killerview“ aus meinem Zimmerfenster, die Statue of a virgin, die die ganze Stadt überwacht, die einzige mit Flügeln in der ganzen Welt, wie ich grad per whatsapp gelernt habe. Bessere Bilder folgen, aber andere habe ich grad nicht, so am Abend.

Santiago und Valparaiso, Tag 45

Nach dem faulen Abend gestern im Hostelhof habe ich mich heute morgen auf den Weg gemacht, den für den hiesigen Ausblick zuständigen Hügel zu erklimmen, und zwar ziemlich früh morgens, um der Hitze zu entgehen. Das Bergchen heißt San Cristobal und ist oben 880 m ü.d.M., da Santiago auch schon bei ca. 700 m angesiedelt ist, hält sich der Höhenunterschied in Grenzen. Oben ist eine riesige Marienstatue und eine schöne Kirche.

Da die alte Zahnradbahn, deren Bodenstation in Hostelnähe ist, nicht bereit war, so früh wie ich zu starten, bin ich also zu Fuß bergan gestapft … bis ein Souvenirverkäufer mich aufhielt und mir auf Spanisch erklärte, das ginge ja nun gar nicht, eine Frau alleine mit Kamera, Armbanduhr und Flatterkleid den Wanderweg hoch, viel zu gefährlich, muy pericoloso! Zur Absicherung befragte ich dann noch eine Parkmitarbeiterin, die meinte, das könne schon sein so früh am Morgen, aber ich könne ja den etwas längeren Weg die Straße entlang nehmen. Das tat ich dann auch und kam mir ziemlich blöd vor, außer mir waren nur Jogger und Radfahrer (es ging wirklich steil bergauf, dafür waren es verdammt viele) unterwegs. Aber die Ausblicke waren spannend, Santiago ist, zumindest aus der beschriebenen Perspektive, nicht schön, aber groß und von Bergen umgeben.

Oben fand sich dann die berühmte Statue.

Nach den vielen Kilometern hatte ich mich schon auf die Zahnradbahn für den Weg nach unten gefreut, die hatte sich aber überlegt, nicht nur morgens zu zicken, sondern den ganzen Tag, so konnte ich den Schienenersatzverkehr von Santiago testen. Als Berlinerin bin ich ja einiges gewohnt.

Danach wollte ich der Stadt und der Hitze entfliehen und mir unbedingt noch Valparaiso anschauen, sehr einfach von Santiago aus mit öffentlich Verkehrsmitteln zu erreichen, aber zwei Stunden ist man damit schon beschäftigt – eine Strecke. Auch hier wieder: Nachdem ein älterer Herr mich die ganze angeglotzt hat und ich schon misstrauisch wurde, kam er zu mir und legte mir eindringlich nahe, den Stadtplan, den ich in der Hand hielt, in die Tasche zu packen, ansonsten könne jeder erkennen, dass ich Touristin sei und das sei gefährlich. In Buenos Aires ist es mir auch passiert, dass ich das Handy zur Navigation genutzt habe und von einer jungen Frau angesprochen wurde, dass ich es ganz schnell wegpacken solle. Aber wie soll ich denn klarkommen, so ohne meine deutlich besser orientierte Familie – durchweg alle schauen einmal auf den Plan und wissen dann den Weg, ich nicht!

In Valparaiso angekommen ist es mir nicht gelungen, das Panorama zu finden, das in Reiseführern und im Internet immer gezeigt wird, sondern nur ein sehr lebendiges Städtchen mit viel morbidem Charme und sehr vielen sehr frei verlegten Stromkabeln.

Vielleicht hätte ich mir doch eine geführte Tour andrehen lassen sollen, aber es hat Spaß gemacht, sich einfach treiben zu lassen.

Das war es dann auch schon mit Chile und Santiago, morgen geht es weiter nach Quito. Lustigerweise habe ich grad an der Hostelbar ein Frau kennengelernt, die aus Quito kommt und mit dem gleichen Flieger wie ich dorthin fliegt. Wir haben den Deal gemacht, dass sie morgen früh in meinem Taxi mitfährt und ich dafür Tipps für den, in ihren übersetzen Worten, best gehüteten Geheimtipp Südamerikas bekomme.

Tag 44, Fahrt von Mendoza nach Santiago de Chile

Diese Busfahrt ist berühmt für die fantastische Landschaft, durch die sie führt, und das zu Recht. Hier ein paar Eindrücke von den Andenpanoramen, leider nur aus dem Bus durch die sehr dreckige Scheibe fotografiert.

Die Busfahrt war wieder richtig toll, ich habe mir die teurere Variante gegönnt, immer noch günstig, es war eine Mischung aus Business-Class im Flieger (hatte ich noch nie, stelle sie mir aber so vor) und ICE 1. Klasse.

Der Grenzübergang nach Chile war echt aufwändig, alle mussten den Bus verlassen, sich in diversen Schlangen anstellen, der Bus und wir wurden mit Hund überprüft, und jeder einzelne Koffer und jede Tasche wurden geröntgt, einige beiseite genommen und unter Anwesenheit der Besitzer*in nochmal speziell gecheckt. Auch einige PKW (vielleicht alle, das kann ich nicht beurteilen) standen mit offener Motorhaube und Kofferraum herum. Aber irgendwann ging es dann tatsächlich weiter. Ein Hoch auf Schengen, aber so schlimm habe ich es bisher wirklich selten erlebt, war ein bisschen vor 1989-Feeling.

Und irgendwann sind wir dann auch in Santiago angekommen und ich im Hostel. Das Zimmer ist der Gegenentwurf zu meinem vorherigen Luxus, aber der Hof und die restlichen Gemeinschaftsräume sind supernett.

Blick aus dem Fenster, nicht schön, aber mit Berg.

Auch die Umgebung ist ansprechend.

Den Abend werde ich faul hier verbringen und am Gemeinschafts-Aktions-Essen teilnehmen, alleine Salat gefuttert habe ich oft genug, wahrscheinlich werde ich die Hälfte meiner Portion irgendwelchen jungen hungrigen Menschen spenden. Santiago als Stadt hat wohl auch nicht allzuviel zu bieten, deswegen werde ich morgen mal einen Ausflug nach Val Paraiso starten. Und übermorgen geht es dann schon weiter nach Ecuador.

Ein Tag in Mendoza (Tag 43)

Da es heute nicht ganz so heiß war wie gestern (hier wird es Sommer!), bin ich in den General San Martin Park gegangen, um dort auf den kleinen Berg Cerro de la Gloria zu steigen, auf dem sich ein riesiges Monument zu Ehren der sog. Andenarmee befindet. Diese bestand aus Argentiniern und Chilenen (im Wesentlichen, und hier braucht es tatsächlich mal kein Gendersternchen). 1817 überquerte diese Truppe, die aus wohl nur 3500-6000 Mann bestand, da sind sich die Historiker nicht so ganz einig, die Anden und vertrieb die spanische Armee aus Chile.

Unterwegs gab es schöne Aussichten

und auch einen sehr typischen Anblick

Argentinien ist das Land der anscheinend wild lebenden (so sicher bin ich mir da aber nicht) und super entspannt ständig schlafenden großen Hunde.

Danach noch ein kurzer Spaziergang durch die Stadt und ansonsten eine fauler Tag, der neue Sebastian-Bergmann-Krimi ist da!

Das war auch schon der letzte Tag in Argentinien, morgen geht es über die Anden mit dem Bus nach Santiago de Chile, hoffentlich sprechen sie da das gleiche Spanisch …

Letzter Tag in Buenos Aires, Nachtfahrt nach Mendoza, Tag 41 und 42

In Europa ist schon der 5. Nov., ein besonderer Tag, weil ein ganz besonderer Mensch Geburtstag hat, Herzlichen Glückwunsch, Monika!!!

Obwohl sich Toni per whatsapp schon mokiert hat, dass ich auf hohem Niveau jammere: der 3.11. war ein komischer Tag, weil ich mein Zimmer im Hostel schon räumen und noch den ganzen Tag in Buenos Aires verbringen musste, bevor abends mein Bus nach Mendoza fuhr. Solche Tage mag ich einfach nicht! Das Wetter war fantastisch und ich hatte keine Lust auf Museum, was sich eigentlich angeboten hätte. Statt dessen bin ich in den Botanischen Garten in Palermo gefahren, um festzustellen, dass er sich von anderen Botanischen Gärten nur unwesentlich unterscheidet, oder auch gar nicht …

Dann habe ich mich noch auf den Weg zum viel beschrieben Japanischen Garten gemacht, das Spannendste daran war die breiteste Straße, die ich je gesehen habe, so ähnlich stelle ich mir Moskau oder St. Petersburg vor.

Ich zähle neun Spuren in eine Richtung, beim Überqueren der Fußgängerampel konnte ich das Foto leider nur in aller Hektik erstellen und nicht waren, bis auf jeder Spur ein Auto steht. Der Weg ist verdammt weit!

Der Japanische Garten selber war eine echte Enttäuschung, es war rummelig und klischeehaft.

Rummel

Klischee …

Dann wollte ich noch das Naturschutzgebiet nahe der Waterfront erkunden, fand aber den Eingang nicht, statt dessen die lebendige Promenade auf der anderen Seite des dazugehörigen Gewässers.

So verging der Tag bis zum Aufbruch nach Retiro, dem großen Bahnhof, von wo auch die Langstreckenbusse starten. Mangels Alternative hier ein Bild von mir in einem solchen:

Die Sitze sind wirklich unglaublich bequem und der Service prima, die nächtliche Fahrt war so teuer wie eine Nacht im Hostel und hat insg. 15 Std. für 1000 km gedauert, ist empfehlenswert, um Geld zu sparen, aber evtl. ist ein Flug auch nicht sooooo viel teurer und dauert wahrscheinlich nur etwas mehr als eine Stunde. Die Fahrt geht im Wesentlichen durch die Pampa, also wirklich, nicht im übertragenen Sinne. Es gibt viiiiieeeel Landschaft.

Mendoza als Stadt ist sehr erholsam, klein, übersichtlich, grün und sehr freundlich. Es gibt tolle Ausflüge in die Anden, aber leider nicht am Montag, und das ist der Tag, an dem ich dafür Zeit hätte. Außerdem fahre ich ja noch mit dem Bus nach Santiago de Chile, das soll sehr spektakulär sein, deswegen wird der Tag morgen entspannt und kleinstädtisch.

Ein ganz paar Eindrücke von der Stadt.

Berittene Polizei im Park; die Damen und Herren holten sich etwas zu trinken und machten einen ausgesprochen entspannten Eindruck.

Mendoza ist die Metropole der umgebenden gleichnamigen Landschaft, die für ihren Weinbau berühmt ist. Die Sonne gibt es gratis, das Wasser muss organisiert werden, um den Weinanbau zu ermöglichen.

Tango ist leider nicht mehr in dem Haus, es ist genauso verfallen wie es aussieht. Das Eckhaus ist mein Hotel. Es ist unglaublich, für wenig mehr als den Preis für ein abgeranztes Hostelzimmer in Buenos Aires gibt es hier in Mendoza quasi eine kleine Wohnung.

Hier residiere ich zwei Nächte lang, kann überlegen, an welchem Tisch ich lieber zum Blog-Schreiben oder Spanisch-Lernen hocke, auf dem Sofa lümmeln und, sollte es zum Äußersten kommen, sogar kochen.

So sehr ich den Aufenthalt in Hostels liebe, tut es auch mal gut, einen richtig großen privaten Bereich zu haben. In Santiago und Quito werde ich wieder in Hostels unterkommen und auf den Galapagosinseln in einer Familie, deswegen genieße ich jetzt mal einfach …

Tag 40, letzter Schultag und ESMA

2.11. Heute war der letzte Tag des Spanischkurses, ich bräuchte sicher noch ein halbes Jahr Intensivschulung, um mehr als einen Satz spontan und flüssig herauszubringen und ein weiteres halbes Jahr, um die schrecklich schnell sprechenden Menschen hier auch verstehen zu können. Aber es gab natürlich ein Abschiedsbild zu diesem Anlass und ein etwas albernes Geschenk für unseren Dozenten, der trägt normalerweise nicht so komische Dinge um den Hals.

Nachdem wir am Donnerstag einen Film gesehen haben über die Kinder der während der Militärdiktatur verschwundenen Widerstandskämpfer, die ihren Eltern weggenommen und zur Adoption in willfährige Familien gegeben worden waren, hat mich das Thema interessiert. Es ist noch nicht lange her, die Diktatur herrschte bis 1983! Zeitzeugen leben noch. Es sind damals um die 30.000 Menschen einfach verschwunden, d.h., getötet worden. Eine Mordmethode war es, die Menschen zu betäuben, in Flugzeuge zu verfrachten und lebend über dem Rio des Plata oder dem Atlantik abzuwerfen. Die Leichen wurden dann an den Ufern in Argentinien und Uruguay angeschwemmt. Seit einigen Jahren findet eine intensive Auseinandersetzung mit dieser Zeit statt.

An einem Ort, an dem ca. 5000 Menschen gefoltert und ermordet wurden, befindet sich heute eine Gedenkstätte.

Die ESMA (Escuela de Mecanica de la Armada, s. Foto) wurde zu einer Gedenkstätte und zu einem Ort der Menschenrechte umgewidmet.

Es war interessant und bewegend, allerdings hätte ich mir ein paar mehr Übersetzungen der Texte ins Englische gewünscht. Aber in erster Linie geht es ja um die Auseinandersetzung der Argentinier mit ihrer eigenen Vergangenheit.

Ich weiß ja nicht, wie es um die Vergangenheitsbewältigung im Nachbarland Brasilien steht …

Der Tag klang trotz der ernsten Thematik nach einer ewig langen Fahrt in vollgestopften Bahnen (das System hat echt noch Luft nach oben) nett aus, unser Kurs hat sich zum Parilla-Essen getroffen, das war das erste Mal, dass ich so richtig argentinisch gegessen habe und es war lecker. Hier noch ein obligatorisches Abschiedsfoto:

Diesmal ohne Lehrer, aber mit viel Wein …

Nur 2 Bilder, Tag 39

Heute war ich als Anfänger-Sprach-Freak noch bei einem kleinen Extraworkshop zur spanischen Grammatik, also ein langer Tag in der Schule. Gleich gehe ich nochmal hin. Wenn ich mich nicht verirre, was selten der Fall ist, weil die Straßen hier fies spitz aufeinander zu und umeinander herum laufen, ist es nur ein Fußweg von 10 Min. vom Hostel zu selbsternannten Akademie. Grade hat die Hostelkneipe Sympathiepunkte gewonnen, hier gibt es einen Eimer voll wirklich trinkbarem Rosé für nicht einmal 3 €, siehe Foto, hicks. Ach so, warum ich nochmal das Risiko eingehe, lost in B.A. zu sein: Heute ist Filmabend mit einem der juvenilen Lehrer, der auch freakig zu sein scheint, aber auf eine sehr sympathische Art, denn er zeigt echt coole Filme.

Damit es überhaupt Bilder in diesem Eintrag gibt:

Fand ich nett, für Durchschnittseuropäer ist der Begriff „Pampa“ ja eher negativ konnotiert.

Hausaufgaben mit dem beschriebenen Rosé in der Hotellobby / -kneipe