Tag 38: wenig los heute und Halloween

Eigentlich dachte ich, dass es von diesem Tag gar keine Bilder gibt, weil ich wirklich mal einen ruhigen Nachmittag eingelegt habe – abgesehen davon, dass ich mich auf dem Weg zur immer noch neuen Unterkunft ziemlich verlaufen habe, aber das ist bei mir nicht weiter erwähnenswert. Morgen und übermorgen steht nachmittags und abends viel an und Samstag ist Abreise nach Mendoza, deshalb fand ich einen Chilltag angebracht, mit Wäsche waschen, Hausaufgaben für Spanisch erledigen etc.. Allerdings wird in der dem Hostel angeschlossenen öffentlichen und anscheinend sehr gut angenommenen Kneipe heftigst Halloween zelebriert, davon nun doch ein paar Bilder.

Außerdem scheint es hier eine Affinität zu Norddeutschland zu geben:

An dem hohen Tisch im Vordergrund entsteht grade dieser Blogbeitrag. Außer einem Spaziergang durch das Viertel hier wird heute nicht mehr viel passieren.

Tag 37, furioser Auszug aus der Unterkunft, Hostel und Tango

Nachdem die Entscheidung gefallen war, in meiner ursprünglichen Unterkunft in dem oberen Miniraum mit Fenster und Absturzgefahr zu bleiben, weil mir zugesichert wurde, dass die Verteilung der Zimmer nun bis zu meiner Abreise nicht mehr geändert wird, kam die nette Enkelin der Vermieterin (Kata) mit einer Neuigkeit. „Mein“ Raum sei ab dem 1.11. reserviert und ich müsse dann in das fensterlose Durchgangszimmer ziehen.

Ich war dermaßen wütend, dass innerhalb von 10 min. ein neues Hostelzimmer reserviert war (das von mir am Vortag stornierte war natürlich nicht mehr frei). Für das Kofferpacken brauchte ich nochmal 5 Min., inkl. nasser Wäsche, der Rotweinflasche für alle Fälle und drei Joghurtbechern. Dann kam das Uber-Auto und die Ankunft im Hostel.

Dort erklärte mir der Typ an der Rezeption, er sei leider so busy gewesen, dass er vergessen habe, booking.com, der Plattform, über die ich gebucht hatte, weiterzugeben, dass das letzte Zimmer besetzt ist. Ich könne also keines bekommen, sorry, dürfe aber das Hotel-WLAN für die weitere Suche nach einer Unterkunft nutzen.

Wer mich kennt, weiß, dass ich bei der Konfrontation mit Dummheit und Unverschämtheit richtig wütend werden kann … Pech für den Rezeptionisten, dass sein dämliches Verhalten auf meine eh‘ schon erhöhte Betriebstemperatur traf … Der junge Mann wurde sehr schnell davon überzeugt, dass Fehler und Verantwortung ganz allein bei ihm lagen und ich mich nicht von der Stelle rühren würde, bis er mir ein adäquates Zimmer zu einem entsprechenden Preis besorgt hätte. Und schwupps, with a little help from einem Kollegen, war doch ein Zimmer frei … Nicht schön und ziemlich laut, das Hostel sonst scheint aber ganz nett. Und die Mitarbeiter hatten ein sehr schlechtes Gewissen mir gegenüber.

Von der Sprachschule, die mir die erste Unterkunft vermittelt hatte, kam sogar eine finanzielle Entschädigung, sehr nett.

Das alles passierte zwischen einer Extrastunde über die Bedeutung von Gesten in Argentinien und einer abendlichen Verabredung zum Besuch eines Tangoschuppens, und das war dann noch richtig nett. Die echte Milonga war für uns alte Leute leider zu spät, erst um 23.00 Uhr. Statt dessen haben wir einer sog. offenen Tangoklasse, also Unterricht, an dem jede*r teilnehmen kann, zugeschaut, uns allerdings nicht getraut, mitzumachen. Aber die Location (El Katedral) war cool und die Unterhaltung nett. Hier ein paar Bilder davon. Es war so dunkel …

Unsere Runde, wegen mangelnder Selfiepraxis leider nicht ganz vollständig, aber ich war dabei! Zwei der drei netten Menschen auf dem Bild sind übrigens Lehrer*in im Sabbatical.

Der Tangokurs.

Alles neu beim Spanischlernen, Spaziergang durch Palermo

Zunächst ist eine Entscheidung gefallen: Ich bleibe in meiner Unterkunft. Voraussetzung dafür war, dass ich das dunkle Durchgangszimmer für meinen Koffer etc. mitnutzen darf, nun habe ich zwei Räume, das ist ganz nett, darüber hinaus habe ich gestern Nacht so gut wie noch nie geschlafen. Außerdem soll ja angeblich noch ein weiterer Gast kommen und die hiesige Kata ist auch jeden Tag da. Ein Umzug wäre zudem sehr anstrengend gewesen und das Hierbleiben spart auch ein bisschen Geld. Ich hoffen nur, nicht abzustürzen, suche schon nach Sicherungsmöglichkeiten:

Dort, wo diese Schnüre mit Perlen hängen, geht es ca. 2 m runter in den Flur, die Wohnung ist sehr hoch und an dieser Stelle wurde die Höhe genutzt, um eine zweite Ebene einzuziehen. Dort ist mein Zimmer und immerhin eine eigene Toilette, aber aus Licht- und ästhetischen Gründen wurde nicht alles zugemauert. Ein Grund, nicht zuviel Wein zu trinken, den von der Toilette aus geht man direkt auf diese potentielle Absturzstelle zu.

In der Sprachschule hat sich meine Gruppe aufgelöst, ich bin die einzige, die noch eine weitere Woche bleibt. Deswegen bin ich in eine andere, bereits bestehende Gruppe integriert worden, und das passt auch viel besser als in der vorigen, im Wesentlichen wegen des deutlich höheren Durchschnittsalters. Außer mir sind noch drei Deutsche dabei, die alle noch älter sind als ich. Und ein armer einzelner junger Japaner lernt auch mit uns, der tut mir echt leid.

Heute Nachmittag stand für mich der Stadtteil Palermo auf dem Plan, der Hipster-Hotspot von Buenos Aires, jung, lebendig und adrett. Dort wollen alle gerne wohnen, ist auch nachvollziehbar.

Die Häuser und Bäume stehen eigentlich grade, die falschen Schrägen haben mit dem Weitwinkel der Handykamera zu tun …

Hier gibt es auch viele, teilweise berühmte Parks und Gärten, botanisch, japanisch und wie auch immer, also eine tolle Mischung aus Grün und Urbanität.

Tag 35, von Montevideo zurück nach Buenos Aires

Der Tag war eigentlich recht langweilig, Busfahrt nach Colonia und dann Überfahrt mit der Fähre zurück nach Buenos Aires. Schön war nur eine Unterhaltung mit einer Inderin, die in Uruguay lebt, ihr Mann ist Informatiker und hat deswegen viele Möglichkeiten, irgendwo in der Welt zu arbeiten.

Als ich ein wenig entsetzt die Hütten in den Vororten fotografierte und meinte, das sei gar nicht so anders als in Afrika, konnte sie nicht verstehen, worüber ich mich aufrege, so sei nun mal das Leben und in Indien könne man noch viel mehr Leben sehen … Deutschland (und einige andere westliche Länder) sind wirklich eine paradiesische Enklave der Welt.

Im folgenden zunächst der Hafen von Colonia,

dann der Hafen von Buenos Aires, eindeutig größer und glamouröser, aber auch dringend renovierungsbedürftig in vielerlei Hinsicht:

Ja gut, die nicht …

In meiner Unterkunft angekommen schwirrten ein Haufen ausgesprochen netter Frauen in der Wohnung herum, es waren Verwandte meiner Vermieterin. Die Dame selbst, die sich sogar zum Empfang der Putzfrau mörderische High-Heels anzieht, ist mit genau diesem Schuhwerk auch einkaufen gegangen. Ich schätze ihr Alter auf ca. 70 Jahre, und ihre jungen Verwandten und ich waren uns einig, dass wir auf den Straßen von Buenos Aires mit solchen Absätzen keine zwei Meter weit kämen. Die ältere Dame ist sicher trainierter als wir, aber nun ist sie gestürzt und hat sich die rechte Schulter gebrochen. Im Bett zu liegen und Fernsehen zu gucken ist ja eine ihrer leichteren Übungen, nun ist es sogar medizinisch notwendig. Und ich überlege, ob ich ein A …loch bin, wenn ich morgen in ein Hostel verschwinde. Eine Nacht schlafe ich noch in dem neu zugewiesenen Zimmer, in einem sehr kurzen Bett und ohne richtige Abtrennung vom Rest der Wohnung, im Laufe dieser Nacht muss die Entscheidung fallen.

Die supernette Enkelin heißt übrigens Katalina und wird Kata genannt, ich dachte ich höre nicht richtig.

Tag 34, Ergänzungen

Gar nicht erwähnt habe ich die Holocaust-Gedenkstätte in Montevideo, darüber war ich doch ein wenig erstaunt, haben sich hier auch so viele Nazis versteckt wie in anderen südamerikanischen Ländern oder ist es einfach Empathie?

Und noch ein Bild von der abendlichen Stimmung in der Hostel-Lounge

Nett hier …

Tag 34, Strand und Tango in Montevideo

Heute habe ich mir u.a. ein Fahrrad geliehen, geht hier direkt im Hostel, und bin an der sog. Rambla am Rio de la Plata entlanggefahren. Es mag in diesem Zusammenhang komisch klingen, war aber ein bisschen wir Urlaub. Kein Freewalk mit Stadterklärungen u.ä., sondern nur Sonne und Wasser. Zwischendurch musste ich mir immer wieder klar machen, dass das um mich herum weder Ostsee noch Spanien ist, sondern eine Stadt ganz weit unten in Südamerika.

Erstaunlicherweise gibt es hier anscheinend keine deutschen Touris, und wenn doch, verstecken sie sich gut. Allerdings hat es eine deutschsprachige Biermarke bis hier runter geschafft:

Und auch noch ein anderes Phänomen scheint nicht auf Deutschland beschränkt zu sein:

Direkt um die Ecke vom Hostel, im Zentrum der Altstadt, ist heute eine Art Milonga umsonst und draußen.

An die Tango-Paare auf der Bühne bin ich leider nicht näher herangekommen.

Es gab auch ein Orchester, das, wer hätte es erwartet, Tangos spielte.

Und auch eine kleine Tanzfläche für das Publikum.

Das ist schon eine ernste Sache mit dem Tango.

Morgen geht es zurück nach Buenos Aires und zum Sprachkurs, habe fast das Gefühl, wieder zur Arbeit zu fahren, so schnell wird das Leben dort zum Alltag. Aber Montevideo ist tatsächlich deutlich entspannter, weil auch viel kleiner. Und die Lage an der Flussmündung ist hier anders genutzt.

Montevideo, immer noch Tag 33

Ein kurzer Hinweis in eigener Sache: Dieser Blog hat eine Kommentarfunktion und ich freue mich sehr, wenn sie auch genutzt wird!!! Das ist zum einen eine Kontaktmöglichkeit in die Heimat und zum anderen fände ich es spannend zu wissen, wer meine bebilderten Berichte überhaupt liest. Ihr könnt auch entscheiden, ob ihr euren Kommentar veröffentlichen möchtet oder nicht, einfach einen kurzen Hinweis integrieren. Und falls das zuviel ist; der Blog bzw. einzelne Beiträge können auch schlicht geliked werden.

Und nun zur Reise nach Uruguay: Nichts, aber auch gar nichts hat auf der elektronischen Ticketbestätigung darauf hingewiesen, dass der Trip nach Montevideo nicht aus einer entspannten vierstündigen Seefahrt von Hafen zu Hafen bestehen würde! Zum Glück vorgewarnt stellte sich heraus, dass die blöde Fähre lediglich bis Colonia fährt, ein touristisch überlaufener Ort auf der anderen Seite des Rio del Plate. Der Name scheint Programm zu sein. Hier musste ich umsteigen in einen langsamen Bus, der drei Stunden durch die Pampa fuhr, wobei dieser Begriff hier nicht metaphorisch zu verstehen ist. Angekommen in Montevideo habe ich das erste Mal seit langer Zeit mal wieder einen Stau erlebt, ist auch auf dieser Seite der Welt blöd! Aber das Hostel ist schön und mitten in der Altstadt, Montevideo wirkt auf mich deutlich abgerockter als Buenos Aires, sowohl was die Bausubstanz als auch das Publikum auf den Straßen betrifft. Alles macht hier einen viel ärmeren Eindruck.

Auffällig war während der Busfahrt, dass Pferde auf dem Land eine große Rolle spielen. Wenn sie nicht grade irgendwo, durchaus auch am Straßenrand, herumstehen, ziehen sie beladene Kutschen und das mindestens im Trab, häufig auch im Galopp, vielleicht um schneller wieder herumstehen zu können?

Morgen mehr dazu, erstmal ein paar visuelle Eindrücke:

Fahrt durch einen Vorort, vom Bus aus fotografiert 1

Fahrt durch einen Vorort, vom Bus aus fotografiert 2

Ausblick vom Hostel aus

In der Nähe vom Hostel am Wasser

Plaza Independencia

Immer noch Sprachschule, nun mit Ausflug und Kino, aber leider fast ohne Bilder, Tag 31, 32 und der Beginn von Tag 33

Um meinen einzigen inoffiziellen Follower nicht zu enttäuschen und zum morgendlichen Tagesspiegellesen zu nötigen, hier schnell der Bericht über die letzten beiden Tage, wenn auch mit Verspätung

Kurzer Nachtrag noch zum Besuch des Friedhofs in Recoleta an Tag 30; nach der Besichtigung der wuchtigen Monumente dort wollte ich noch in ein nahegelegenes Kunstmuseum und ging zu dem Gebäude auf dem Foto unten. Von der Größe und der schwierigen Orientierung im Gebäude abgeschreckt, habe ich eine Möglichkeit genutzt, die nur das Alleinreisen bietet, und einfach beschlossen, der Kultur an diesem Tag nicht mehr gewachsen zu sein. Der U-Bahnhof war direkt um die Ecke und ich bin nach Hause gefahren. Diese Entscheidung war die beste, die ich treffen konnte, am nächsten Tag habe ich nämlich erfahren, dass es sich nicht um das Museum handelt, sondern um die juristische Fakultät der Uni von Buenos Aires, das hätte sehr peinlich enden können …

Bildnachweis: http://tommr.net/geschichte-von-buenos-aires/

Die folgenden Bilder sollen einen kleinen Einblick bieten in das Gebäude, in dem die Sprachschule untergebracht ist, keine Ahnung, ob es sich hier eher um spanischen Kolonial- oder um französischen oder sonstigen Jugendstil handelt, es ist auf jeden Fall schön und auch typisch für Buenos Aires.

Echt eine angenehme Arbeitsatmosphäre hier und ich bin froh, auf der anderen Seite zu sitzen … fünf Unterrichtsstunden jeden Morgen, ständig wechselnde, winzige Gruppen (4-5 Leute), immer die gleichen Inhalte! Das ist einerseits wahnsinnig anstrengend und andererseits inhaltlich langweilig. Aber die jungen Leute, die ich bis jetzt kennengelernt habe, strahlen eine große Begeisterung für ihren Job aus.

Ein bisschen anders ist das mit der Inhaberin meiner Unterkunft. Die Wohnung ist echt charmant, sie hat drei Zimmer, die sie vermietet, eines davon ist allerdings ein fensterloses Durchgangszimmer. Von diesem aus gelangt man in einen winzigen, schräg darüber liegenden Raum, der immerhin ein Fenster hat, aber nicht wirklich vom Rest der Wohnung abgetrennt ist, an einer Stelle besteht sogar echte Gefahr, in den darunterliegenden Flur zu stürzen. Dorthin soll ich am nächsten Montag ziehen Ein Zimmer ist schön und ganz normal, da bin ich momentan untergebracht, am Montag kommt jedoch ein Mann, für den angeblich alle anderen Betten zu klein sind, deshalb soll er mein jetziges Zimmer kriegen. Ich habe mir schon mal ein Hostelzimmer reserviert, zum Zeitpunkt, an dem diese Zeilen für die Ewigkeit entstehen, überlege ich noch …

Die Vermieterin hat noch zwei Zimmer übrig für sich, ist jedoch immer nur im winzigen Schlafzimmer, weil dort auch der ständig laufende Fernseher und der Computer untergebracht sind. Neben der Einsamkeit als momentan einziger Gast hier zieht mich das noch zusätzlich ein bisschen runter. Andere alleinreisende Sprachschüler*innen in meinem Alter (sooo viele sind das nicht) haben etwas mehr Glück und sind mit anderen gemeinsam untergebracht. Aber so langsam läuft es an mit Kontakten!

Dabei geholfen hat an Tag 31, also am Mittwoch, ein Ausflug ins MALBA (Museo de Arte Latinoamericano de Buenos Aires), der Lehrer (die sind so jung, es fällt mir schwer, diese Bezeichnung anzuwenden) hat eine schöne Einführung auf Spanisch gegeben, von der ich ca. 25% verstanden habe, und war auch beim Rundgang dabei, neben anderen Schüler*innen natürlich.

Am Tag 32 gab es gleich zwei Extratermine, eine Übung zum Hörverstehen (Himmel, sprechen die hier schnell) und ein Kinoabend mit einem Film, produziert von Pedro Almodovar, den Titel muss ich nachliefern, in dem um mehrere Geschichten von Menschen ging, die die Kontrolle über sich komplett verloren und sämtliche Verhaltensnormen hinter sich gelassen haben. Zum Glück mit englischen Untertiteln.

Heute, Freitag, Tag 33, schwänze ich den Unterricht und mache mich gleich auf den Weg nach Montevideo, wo ich für zwei Tage in einem Hostel bleibe. Ein kleiner Rucksack ist gepackt, das Ticket für die langsame Fähre gebucht und ich freue mich, nochmal etwas anderes zu sehen. Wie beschrieben, ist die Situation in meiner Unterkunft momentan auch nicht ideal. Buenos Aires kommt mir (und anderen auch) sehr schnell sehr vertraut vor, ein bisschen wir ein spanisches Berlin, spanisch nicht nur wegen der Sprache. Auch die Lebensart ähnelt dem, was ich von Spanien kenne, zum Beispiel gibt es in jedem zweiten Haus einen Frühstückskaffee mit Croissant. Trotz der Größe ist es auch einigermaßen übersichtlich, was zum Teil daran liegt, dass die Straßen so lang sind, dass sie mehrere Stadtteile durchziehen. Diese Stadtteile sind jeweils eigene kleine Zentren mit deutlich unterschiedlichem Charakter, wie in Berlin.

Nun geht es los …

Spanisch und der Friedhof von Recoleta, Tag 30

Nach einem weiteren anstrengenden Spanisch-Kurstag bin ich noch zum Friedhof von Recoleta gelaufen, das war wirklich beeindruckend, die Mausoleen sind ungefähr so groß wie eine Wellblechhütte in Afrika für eine ganze Familie. Und die Aufbewahrungsorte für Särge sind etwas verstörend, die sind einfach hinter Glastüren sichtbar in Regalen untergebracht oder in Schubfächern, wie in einer Leichenhalle im Krimi und vielleicht ja auch in der Realität, nur ist das Ganze hier schöner gestaltet.

Die Fotos sind wieder mit dem Handy gemacht, aber in Anbetracht der Höhe der Mausoleen und der Enge der Gänge hätte eine andere Kamera das auch nicht besser hingekriegt.

Hier extra ein Bild mit Menschen, damit deutlich wird, wie riesig die Grabmale sind.

Mehr ist heute nicht passiert außer noch einem Ausflug in eine Mischung aus Bar und Restaurant, das könnte die temporäre Stammkneipe werden.

Tag 29, Spanisch und Caminito

Heute startete der Spanischkurs und ich saß mal auf der anderen Seite im Lerngeschehen … puuuuh, wieder wurde klar, dass eine linguistische Doktorarbeit den Erwerb einer neuen Sprache in keiner Weise erleichtert, wer hätte das gedacht! Aber ich weiß auch sicher mehr über das Türkisches als Muttersprachler*innen, erstaunlicherweise sind diese in der Lage, die Sprache zu sprechen und ich nicht!

Wir sind nur zu viert und ich finde das Tempo ganz schön hoch, fünf Unterrichtsstunden pro Tag sind auch nicht ohne, hoffentlich hilft´s. Danach bin ich in das vielbesuchte Stadtviertel La Boca aufgebrochen und da das Busfahren hier recht eigenartig ist, die Haltestellen teilweise nur an einem winzigen Hinweis auf irgendeinem Haus erkennbar sind und die Busse ohne Struktur und Plan fahren, bin ich aus Versehen die gesamte Strecke gelaufen. Der Grund für den touristischen Besucherandrang ist Caminito, eine Ansammlung von malerischen (im wahrsten Sinne des Wortes) Häusern, die in Billigbauweise unter Verwendung von Wellblech von italienischen Seefahrern gebaut und gestaltet wurden.

Hier ein paar Bilder, wieder mit der iphone erstellt, im Unterricht wollte ich nicht gleich mit der fetten Kamera auflaufen.

Auf dem Weg dorthin gab es aber auch noch andere schöne Straßenzüge, na gut, sie waren mal schön und haben jetzt einen etwas morbiden Charme.

Sehr iberisch, oder? Die Fliesen?

Zugegeben, das Haus ist nicht schön, aber die alten Fliesen verströmen koloniale Patina.