Tag 40, letzter Schultag und ESMA

2.11. Heute war der letzte Tag des Spanischkurses, ich bräuchte sicher noch ein halbes Jahr Intensivschulung, um mehr als einen Satz spontan und flüssig herauszubringen und ein weiteres halbes Jahr, um die schrecklich schnell sprechenden Menschen hier auch verstehen zu können. Aber es gab natürlich ein Abschiedsbild zu diesem Anlass und ein etwas albernes Geschenk für unseren Dozenten, der trägt normalerweise nicht so komische Dinge um den Hals.

Nachdem wir am Donnerstag einen Film gesehen haben über die Kinder der während der Militärdiktatur verschwundenen Widerstandskämpfer, die ihren Eltern weggenommen und zur Adoption in willfährige Familien gegeben worden waren, hat mich das Thema interessiert. Es ist noch nicht lange her, die Diktatur herrschte bis 1983! Zeitzeugen leben noch. Es sind damals um die 30.000 Menschen einfach verschwunden, d.h., getötet worden. Eine Mordmethode war es, die Menschen zu betäuben, in Flugzeuge zu verfrachten und lebend über dem Rio des Plata oder dem Atlantik abzuwerfen. Die Leichen wurden dann an den Ufern in Argentinien und Uruguay angeschwemmt. Seit einigen Jahren findet eine intensive Auseinandersetzung mit dieser Zeit statt.

An einem Ort, an dem ca. 5000 Menschen gefoltert und ermordet wurden, befindet sich heute eine Gedenkstätte.

Die ESMA (Escuela de Mecanica de la Armada, s. Foto) wurde zu einer Gedenkstätte und zu einem Ort der Menschenrechte umgewidmet.

Es war interessant und bewegend, allerdings hätte ich mir ein paar mehr Übersetzungen der Texte ins Englische gewünscht. Aber in erster Linie geht es ja um die Auseinandersetzung der Argentinier mit ihrer eigenen Vergangenheit.

Ich weiß ja nicht, wie es um die Vergangenheitsbewältigung im Nachbarland Brasilien steht …

Der Tag klang trotz der ernsten Thematik nach einer ewig langen Fahrt in vollgestopften Bahnen (das System hat echt noch Luft nach oben) nett aus, unser Kurs hat sich zum Parilla-Essen getroffen, das war das erste Mal, dass ich so richtig argentinisch gegessen habe und es war lecker. Hier noch ein obligatorisches Abschiedsfoto:

Diesmal ohne Lehrer, aber mit viel Wein …

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