Archiv der Kategorie: Allgemein

Tag 3, Farm und Mossel Bay

Bei Licht betrachtet entpuppte sich die Farm, auf der wir übernachtet haben, als wunderschön! Von unserem Fenster aus konnten wir friedlich grasende Buntböcke und andere Antilopenarten sehen, der Blick ging weit über hügeliges Land, im Hintergrund schroffe Berge, traumhaft. 905B08FE-045B-4E73-9F7C-EF3F6CE596287DCCF555-B92A-476B-B27F-46879483DE05E8937D64-035C-40B8-A95E-5279201D06EBDie Farm verfügt über 48 ha Land, und wir konnten sogar mit unserem hierfür leider komplett ungeeigneten Auto eine Gamedrive auf eigene Faust unternehmen. Hierbei haben wir dann auch die beiden Giraffen gefunden, die sich allerdings nur schwer verstecken können.

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Die Tiere, die eine unglaubliche Ruhe ausstrahlen, zusammen mit der leicht gewellten Landschaft erinnern an Vorstellungen von der Wiege der Menschheit, die ja in Afrika, wenn auch eher in Tansania, vermutet wird.

Außerdem entspricht diese Farm allen Klischees des kolonialisierten Afrikas: Die weißen Eroberer erschaffen sich ein kleines Paradies, in dem die unangenehmen Tätigkeiten an die eigentlichen Bewohner dieses Kontinents delegiert werden, genauso war es auch hier. Die Besitzerinnen waren zwei weiße Damen, anscheinend zivilisierte Nachfahren der ehemals wenig zimperlichen Buren. Die körperliche Arbeit hingegen wurde von, wie sage ich es korrekt, people of colour durchgeführt.

Nach Verlassen der Farm sind wir nach Mossel Bay aufgebrochen, dem nächsten Zwischenziel unserer Fahrt. Der Ort gilt als Eingangstor zur Garden Route und ist selber angenehm unspektakulär, als touristische Attraktion wird ein sog. post office tree verkauft, unter dem seit 1501 über mehrere mind. Jahrzehnte von portugiesischen Seefahrern Briefe hinterlegt wurden. Unsere Unterkunft ist direkt am Wasser, hier tummeln sich zahlreiche Wellenreiter, es gibt ein paar Restaurants und ein einige malerische Felsen, an denen sich die Wellen spektakulär brechen.

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Morgen geht es weiter in Richtung Knysna und die Erlebnisdichte wird zunehmen, ich werde berichten.

 

Die ersten beiden Tage in Südafrika

Endlich in Kapstadt gelandet ging dann alles ganz schnell, sowohl die Einreise wie auch die Gepäckorga, Katha stand mit einem heißen Kaffee bereit, wir haben das Auto geholt und sind über Stellenbosch, wo wir ein bischen herumbummelten,  nach Hermanus gefahren. Dort gab es nicht nur eine prima Unterkunft, sondern auch rudel- bzw. flottenweise Wale, die sich in der Bucht herumtummelten, am Ende saßen wir feist bei Wein und Bier und schauten auf die Tierchen, die fröhlich herumsprangen, wirklich Wahnsinn. Das gleiche Schauspiel nochmal zum Frühstück.

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Ansonsten ist Hermanus ein Ort, den ich mir gut als Fluchtstätte im Alter (also so im richtig alten Alter) vorstellen kann, sehr gediegen und ruhig, ausgestattet mit vielen Galerien, niveauvollen Restaurants und zahlreichen Unterkünften in jeder Preisklasse. Nur leider verdammt weit weg von good old Europe. Am nächsten Morgen dann Aufbruch, über Pearly Beach, Cape Agulhas, (wo sich atlantischer und pazifischer Ozean treffen)

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und das de Hoop Reservat nach Swellendam. Im Reservat war leider nur wenig Zeit, weil wir recht spät ankamen und es bis zum Sonnenuntergang auch wieder verlassen mussten, so haben wir nur die erstaunlich weißen Dünen bewundern können und sind nicht bis zum Strand gekommen. Allerdings haben wir Zebras und verschiedene Antilopenarten aus nächster Nähe gesehen.948D76FC-6707-4E18-8591-9E648647E0C3

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Insgesamt waren wir später als geplant unterwegs und fanden uns im Verlauf des Sonnuntergangs auf einer unbefestigten, sehr einsamen Straße wieder, während wir gleichzeitig feststellten, dass die Adresse unserer nächsten Unterkunft dem Navi komplett unbekannt war, auch das Handy, für teuer Geld mit Internet versorgt, wurde nach vielen Versuchen nur per Umweg über die Buchungs-App fündig. Nach der langen Suche in der Dunkelheit waren wir am Ende so hysterisch, dass wir uns aus dem sehr schönen Zimmer gar nicht mehr herausgetraut haben, um vergessene Dinge aus dem Auto zu holen, die Gästefarm war zwar wirklich einsam, aber gut gesichert. Trotzdem war der freundlich dreinschauende Hund unserer Zimmernachbarn, der uns beim Blick aus der Tür schwanzwedelnd anschaute, ein Grund, ebenjene panisch wieder zuzuwerfen. Wir haben uns dann wieder beruhigt und einen netten Abend verbracht …

Danke, EasyJet; Weltreise um einen Tag verschoben!

Aus falscher Sparsamkeit hatte ich (über eine Kieler Internetagentur) meine ganzen Flüge ab Frankfurt gebucht, weil das deutlich günstiger ist, als in Berlin zu starten. Unabhängig davon habe ich einen Flug mit EasyJet nach Frankfurt gebucht, um von dort über Dubai nach Kapstadt zu fliegen, wo sowohl Katha wie auch ein reservierter Mietwagen mich erwartet haben  – hätte ich doch die Bahn genommen. Kurz vor der angegebenen Boardingzeit und nachdem das Gepäck nach langem Schlangestehen bereits aufgegeben war, teilte EasyJet mit, dass der Flug nach Frankfurt ausfällt. Weitere Infos waren nur  zu bekommen, wenn man sich in einer ca. 50 m langen Schlange vor dem mit genau einer Dame besetzten Servicesceschalter einreihte. Die Wartezeit hätte mehrere Stunden betragen. Alle anderen passenden Flüge nach Frankfurt, auch die der Lufthansa, waren ausgebucht (die meisten fielen dann ebenfalls aus, hätten also auch nicht wirklich geholfen). Um den bereits aufgegebenen Koffer zurück zu bekommen, mussten sich alle Betroffenen in einer alten Baracke ca. 2 Stunden anstellen, wo eine einzige, sehr engagierte und kompetente Mitarbeiterin sich um das Gepäck für die Besatzung von ca. 5 ausgefallenen Flügen kümmern musste, ganz zu schweigen von feierwütigen Touristen, die damit überfordert waren, ihr eigenes Gepäck zu verwalten. Zum Glück kam Micha und stand mir bei. Am nächsten Tag startete ich einen zweiten Versuch, mit mehr Erfolg, Glücklicherweise war der Service von Emirates beim Umbuchen des Flugs von Frankfurt nach Kapstadt hervorragend, wenn auch teuer. Die Weltreise wurde also um einen Tag verschoben … komisch, nach so intensiven Abschieden sich dann doch wieder auf dem eigenen Sofa bzw. im eigenen Bett wiederzufinden! Aber zum Glück nur bis um 4 Uhr am nächsten Morgen, den nächsten Flug hatte ich so gewählt, dass bei einem Ausfall noch die alte Tante Deutsche Bahn hätte einspringen können. Weiterlesen

Warum ein Blog?

Dies ist eine Art Tagebuch für mich selbst, Freunde und Verwandte und soll mich dazu disziplinieren, regelmäßig zu schreiben, damit die vielen Eindrücke meiner geplanten Fast-Weltreise nicht zu einem großen verschwommenen Bilder- und Gefühlsbrei verschwimmen,  in dem einzelne konkrete Erinnerungen nicht mehr fassbar sind. Die Motivation ist also total egoistisch, aber vielleicht haben ja noch andere Spaß daran.